Erweiterte Realität  (englisch: augmented reality) meint allgemein die Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch Informationen, die von einem Computer erzeugt werden. Es wird eine zweite, künstliche Ebene in die Umwelt eingeblendet, die in Echtzeit zusätzliche Informationen zur Verfügung stellt.

Diese zweite Ebene wird meist durch ein Mobiltelefon (iPhone, Android-phones) oder einen Tablet-Computer (iPad) erzeugt. Das Display zeigt den durch die Kamera aufgenommenen Realitätsausschnitt, dem die gewünschten Informationen und Objekte hinzugefügt sind. Diese haben folgende Merkmale:

  • Sie haben einen Bezug zur wirklichen Welt. Die Realität wird erweitert, nicht ersetzt – ansonsten würde man von virtueller Realität sprechen.
  • Sie sind mit den normalen Sinnen nicht wahrnehmbar.
  • Sie sind interaktiv – man kann sie beeinflussen. Beispielsweise ist es möglich, zusätzlich zu den automatisch dargestellten Informationen detailliertere Daten zu einem interessanten Produkt abzurufen.
  • Sie sind an den Ort angepasst, an dem der Benutzer sich aufhält.
  • Sie sind kontext-sensitiv. Die Informationen werden lokalisiert und selektiert – damit sieht der Benutzer nur das, was er zur Lösung seines Problems braucht.
  • Sie werden visuell und akustisch bereitgestellt. Der Benutzer kann sehen und hören, was die Software ihm liefert.

Interaktion mit anderen Menschen

Erweiterte Realität muss sich nicht auf einen einzigen User beschränken, der einfach nur Informationen über die Umwelt erhalten möchte, oder der bestenfalls Objekte in die Umwelt stellt und manipuliert. Vielmehr kann man virtuelle Objekte auch für andere User bereitstellen, und zum Beispiel Nachrichten an Häuserwänden hinterlassen, oder riesige Werbeplakate in den Himmel stellen. Solche Objekte bleiben erhalten, und sind für alle User mit der gleichen Ausstattung sichtbar. Es ist wie in einem Online-Computerspiel, mit dem Unterschied, dass immer noch eine Verbindung mit der Wirklichkeit besteht.

Beispiele

Ausgerüstet mit einem Smartphone und einer geeigneten Application (Abkürzung: App) kann man zum Beispiel auf Wohnungssuche gehen. Man spaziert durch das gewünschte Viertel und richtet das Smartphone auf die Häuserfronten. Eine App zur Immobiliensuche stellt nun in Echtzeit die benötigten Informationen bereit: ein Abbild der Straße in Blickrichtung des Anwenders, ob für ihn passende Wohnungen frei sind, Daten zu den Wohnungen und sogar in welcher Richtung die weitere Suche am meisten Erfolg verspricht. Bei Interesse kann der künftige Mieter detaillierte Daten über eine Wohnung abrufen.

Solche Anwendungen (Apps) beruhen auf der Verknüpfung der GPS- und Kompassdaten aus dem Smartphone mit einer Datenbank, die Informationen über Immobilen bereitstellt. Die App erkennt, wo genau der künftige Mieter sich befindet und in welche Richtung er schaut. Auf dieser Basis wird zusätzlich zur alltäglichen Realitätswahrnehmung die zweite Ebene eingeblendet: er sieht auf dem Smartphone dieselben Häuser wie mit dem Auge, jedoch angereichert mit den passenden Informationen. Die Realität ist also erweitert (= augmented reality).

Neben solchen Apps, die mit geographischen Daten arbeiten, sind andere Anwendungen auf dem Markt, die Objekte erkennen und darauf reagieren.

Nehmen wir an, der Mieter kommt in seine neue, leere Wohnung und benötigt Hilfestellung zur Einrichtung. Er platziert kleine Objekte an den Stellen, an denen er sich Möbel vorstellt. Diese Objekte sind der App bekannt und mit Daten zu bestimmten Möbeln verknüpft. Wenn er nun die Kamera auf ein Objekt richtet, reagiert die App und stellt beispielweise einen Kleiderschrank vor die Wand. Der Kleiderschrank kann in seinen Eigenschaften (zum Beispiel Farbe, Höhe, Breite) verändert werden – je nachdem, was das anbietende Einrichtungshaus verkauft. Wiederum ist die Realität erweitert: die Kamera liefert ein dreidimensionales Duplikat der Wohnung, das der Mieter mit künstlichen Möbeln füllen kann.

Vier Wochen später. Der Mieter sitzt zufrieden in seiner neu eingerichteten Wohnung, und will sich eine Belohnung gönnen. In einer Zeitschrift sieht er die Werbung für eine Uhr, die ihm gefällt. Er schneidet sich die (Papier)Uhr aus, befestigt sie am Handgelenk und richtet sein Smartphone darauf. Das Smartphone erkennt das Objekt und zeigt die Orginaluhr in 3D, so wie sie in der Realität an dem Handgelenk aussehen würde. Bei Gefallen kann der Mieter alle relevanten Informationen zu der Uhr abrufen, und sie auch gleich kaufen.

Orts- oder objektbezogene Anwendungen

Wie in den Beispielen gezeigt, gibt es zwei Arten, eine erweiterte Realität zu erzeugen:

  • durch ortsbezogene Anwendungen, die mit geographischen Daten arbeiten, wie im Beispiel mit der Wohnungssuche (englisch = Location Based Services)
  • durch objektbezogene Anwendungen, die mit Bildern arbeiten, wie im Beispiel mit der Möblierung der Wohnung oder der Uhr (englisch = Image Based Services)

Basis solcher Anwendungen sind oft sogenannte Augmented Reality Browser (ARB), wie zum Beispiel junaio von der Firma Metaio, oder layar von der gleichnamigen Firma. Sie stehen für das iOS, für Android und für Symbian zur Verfügung.

Links

Weitere Informationen über Augmented Reality finden Sie hier: