Testflight von Apple ist eine Anwendung, mit der man Beta-Tests für iOS Applikationen durchführen kann. Sie besteht aus einem Dienst (Service), der die Funktionen bereitstellt, und einer App, die auf dem mobilen Gerät mit der Testperson interagiert. Die Benutzung von Testflight ist vor allem aus der Sicht von Entwicklern interessant, denn sie bekommen dadurch schneller Rückmeldungen. Auch aus der Sicht von Unternehmen ist die Benutzung von Testflight ein Vorteil, denn was bei der Entwicklung hilft, steigert die Produktivität.

Testflight ist seit langem als App Beta-Testplattform von Entwicklern verwendet worden. Apple kaufte den Dienst in diesem Jahr im Zusammenhang mit der Übernahme von Burstly, der Firma, die die Testplattform ursprünglich entwickelte. Apple hat das Programm neu gestaltet und es als integrierten iOS 8 Service sowohl für Entwickler und Tester zur Verfügung gestellt.

Der Testprozess

Der Testprozess beginnt mit der Herstellung eines Builds in der Xcode Entwicklungsumgebung. Der Build wird an iTunes Connect übergeben, das die Verwaltung sämtlicher Aufgaben übernimmt, die mit dem Verkauf der Apps zu haben. Man kann die App damit in den App Store laden, die Metadaten und die Beschreibungen eingeben, Statistiken über Verkäufe einsehen und die Betatester per Mail einladen.

Nach der Freigabe als Beta-Version und der Verschickung der Einladungen wird die neue App über den Testflight-Dienst verteilt. Voraussetzung für den Test ist lediglich die Testflight-App und iOS8, die auf dem Testgerät (Smartphone, Tablet) laufen müssen. Der Service sorgt dafür, dass die Versionen bereit stehen, informiert über neue Builds und Updates, versorgt die Tester mit Instruktionen, auf was sie achten sollen, und erlaubt Feedback.

Bis zu 25 interne und bis zu 1000 externe Tester können sich beteiligen. Interne Tester gehören zum Entwicklungsteam der Firma, die die App herstellt. Sie bekommen die Testversion so, wie sie von den Entwicklern hergestellt wurde, ohne vorheriges Review von Apple. Voraussetzung ist, dass sie einen Account in iTunes Connect haben. Zudem können sie auf bis zu 10 Geräten testen.

Externer Tester kann jedermann sein, wenn er eine Einladung erhalten hat. Die Testversion muss in diesem Fall aber den Review-Prozess bei Apple durchlaufen haben. Die Wiederholung dieses Prozesses ist vorgeschrieben, wenn signifikante Änderungen des Programms erfolgt sind. Jeder Tester – intern oder extern – kann bis zu 10 Anwendungen gleichzeitig überprüfen.

Während des Tests erfolgen einige automatische Rückmeldungen, zum Beispiel über die Anzahl der Tester, die wirklich mitmachen oder wann die App das erste Mal gestartet wurde. Aber auch individuelle Bemerkungen der Tester können mit Testflight übermittelt werden. Innerhalb von 30 Tagen muss der Test durchgeführt sein, danach schaltet sich die Version auf „inaktiv“.

Es sind vor allem zwei Dinge, die die Arbeit sehr erleichtern. Zum einen muss man keine UDID mehr eingeben. Die UDID identifiziert eindeutig jedes Apple-Gerät, also auch die, auf denen getestet wird. Der Umgang mit dieser Identifikation war ein komplizierter Prozess, der gerne auch mal daneben ging. Der Prozess in Testflight ist demgegenüber viel einfacher. Zum anderen gibt es keine Beschränkung auf 100 Geräte mehr. Man kann stattdessen bis zu 1000 Tester einladen, die sich mit Ihrer Apple ID identifizieren. Auch hier ist keine UDID nötig.

Nachteile

Für einige Entwickler ist es ein Nachteil, dass iOS8 vorausgesetzt wird. Das bedeutet vor allem, dass die Rückwärtskompatibilität mit älteren Versionen von iOS nicht getestet werden kann. In bestimmten Situationen ist dies jedoch nötig, und könnte ein Grund sein, ein anderes Testsystem zu benutzen.

Ähnlich ist es mit der Tatsache, dass nur die letzte Version einer App getestet werden kann. Ältere Versionen sind gesperrt, und der Tester kann nicht mehr zu ihnen zurückgehen. Auch dies ist in bestimmten Situationen ein erheblicher Nachteil.

Außerdem ist Crash Reporting nicht integriert. Da dies in den nächsten Monaten aber nachgeliefert werden soll, dürfte das kein großes Problem darstellen.

Fazit

Es ist durchaus zu empfehlen, eine erweiterte Testphase mit externen Testern einzuschieben, bevor eine App im App Store veröffentlicht wird. Die Bugs werden dadurch mit Sicherheit weniger, und wenn auch engagierte Kunden testen, kann das nur von Vorteil sein. Die unkomplizierte Prozedur sowie der stark erweiterte Kreis von Beteiligten macht es zudem möglich, die Testphasen abzukürzen und schneller neue Versionen zu entwickeln. Allerdings können Apples Restriktionen für bestimmte Firmen ein echtes Hindernis sein. Vor allem die Beschränkung auf iOS8 und die Sperrung von älteren Versionen der Test-App dürfte einige Entwickler davon abhalten, Testflight zu benutzen.

Kontakt

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