Die Präsentation von Apple am gestrigen Montag hat einige weitere Details der Apple Watch gezeigt. Wie erfolgreich das neue Produkt wird, werden wir ab dem 24. April sehen, wenn der Verkauf startet. Der Lifestyle, den Apple verkörpert, und Features wie Apple Pay oder Fitness/Health Tracking stellen zumindest optimale Startbedingungen dar.
 
Vorteile von Smartwatches
Smartwatches von Apple und anderen Herstellern sind die ersten ernst zu nehmenden Wearable-Produkte – Technologie, die man am Körper trägt. Doch wo genau liegt der Mehrwert, den die smarten Uhren bieten? Schließlich funktionieren Smartwatches bisher nur in Verbindung mit einem Smartphone – man könnte also auch direkt das Handy nutzen.
 
Der eigentliche Vorteil ergibt sich durch die Zugänglichkeit: Eine Nachricht, die auf dem Handgelenk dargestellt wird, ist wesentlich schneller ersichtlich als eine, die auf dem Smartphone in der Hosentasche landet. Der Unterschied scheint vielleicht banal, ist aber ähnlich groß wie zwischen Desktop-PC und Handy. Eine Nachricht, die sich durch ein Vibrieren am Arm bemerkbar macht, ist kaum zu übersehen.
 

Als Nutzer kann man dadurch sehr schnell reagieren. Dazu trägt auch die lineare Interaktion bei. Denn der kleine Bildschirm der Uhren zwingt Entwickler, nur das notwendigste anzuzeigen. Die Interaktion bleibt in der Regel auf ein ja/nein, vor/zurück oder reagieren/ignorieren beschränkt – geht also sehr schnell. Sollte mehr Input vom Anwender notwendig sein, kann er problemlos zum Smartphone oder zu anderen Geräten wechseln.
 
Weiter unterstützt wird die Funktionalität durch Sensoren und Schnittstellen wie NFC. Letzteres wird von Apple Pay zum bargeldlosen Bezahlen genutzt und könnte z.B. auch dazu dienen, Türen aufzusperren.
 
Fallbeispiel: Smartwatch in der Industrie
Abseits der Mainstream-Anwendung tun sich auch für die professionelle Nutzung neue Möglichkeiten auf. Ein Beispiel, wie man die Effizienz in der industriellen Produktion mit Smartwatches steigern kann, möchten wir im folgenden veranschaulichen.
 
  • Ein Predictive Maintenance System erkennt die Abnutzung von Werkzeugen in der Fertigung. Sobald ein definierter Grenzwert überschritten wird, schlägt es Alarm. Der nächste Instandhalter wird erkannt und benachrichtigt.
  • Der Instandhalter erhält eine Nachricht auf seiner Smartwatch mit den notwendigen Informationen. Dazu könnten die Maschinennummer und die Problemart gehören. Indem der Mitarbeiter die Aufgabenbearbeitung annimmt, weiß das System, dass das Problem behandelt wird.
  • Dank einer Indoor-Navigation wird der Instandhalter zur Maschine geleitet. Die Richtungsanweisungen werden am Handgelenk dargestellt – beide Hände bleiben frei.
  • Während der Bearbeitung kann der Mitarbeiter per Sprachsteuerung Detailinformationen wie Anleitungen oder Lagerbestände abrufen.
  • Nach dem Abschluss der Aufgabe bestätigt der Instandhalter dies durch einen einzigen Fingertip.
  • Für eine andere Zielgruppe könnte folgende Anwendung interessant sein: Ein Manager erhält aktuelle KPIs auf seiner Smartwatch. Sollten akute Probleme auftreten, bekommt er sofort eine Benachrichtigung. Wenn es notwendig ist, eine Problemmaschine zu besichtigen, hilft ihm die Indoor-Navigation, diese schnell ausfindig zu machen.
 
Fazit
Bis sich Wearables in der Industrie durchsetzen, wird noch etwas Zeit vergehen. Doch es gibt einige Bereiche, in denen damit echte Mehrwerte erzeugt werden können. Im täglichen Wettstreit, Informationen immer schneller zur Verfügung zu haben und Probleme sofort zu erkennen, werden derartige Technologien unumgänglich sein. Smartwatches werden dabei eine wichtige Rolle spielen.