Die rasanten Entwicklungen in der IT führen dazu, dass immer mehr Daten anfallen. Durch Industrie 4.0 sollen diese Daten besser genutzt werden und zu effizienteren Prozessen führen. Die Anwendungen funktionieren wie ein Teleskop: Man erkennt einen Lichtpunkt und zoomt bei Bedarf immer weiter in die verdichteten Daten hinein. Mobile Applikationen machen diese Analyse jederzeit und überall verfügbar. Vieles ist jedoch noch Theorie. Wir zeigen Ihnen anhand konkreter Beispiele, was heute schon möglich ist und wie dadurch Ihre Arbeit vereinfacht wird.

In die Sterne schauen

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen an einem warmen Spätsommerabend auf der Terrasse und schauen in den Himmel. Dort sehen Sie einen Lichtpunkt, einen Stern, hell strahlend. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie durch ein Teleskop. Sie erkennen, dass der Lichtpunkt nicht ein Stern ist, sondern viele Sterne – es ist eine ganze Galaxie.

Sie zoomen sich näher heran, und Strukturen werden sichtbar, die Sie vorher nicht bemerkt haben. Große Gebiete sind voller Sterne, andere Regionen scheinen kaum gefüllt zu sein, und in der Mitte leuchtet etwas Großes und Mysteriöses. Sie zoomen weiter, und immer kleinere Strukturen kommen zum Vorschein, wie Haufen von Sternsystemen, die bei näherer Betrachtung ihrerseits aus noch kleineren Gruppen von Sternsystemen bestehen. Schließlich gelangen Sie zu einzelnen solaren Systemen, den Bausteinen der Galaxis.

In die Fabrik schauen

Am nächsten Tag sitzen Sie früh morgens im Büro und werden von einer Flut an Emails und Excel-Listen erschlagen. Der Stress ist wieder da, die gute Stimmung vom Vortag vergessen. Ihre Mitarbeiter haben die Probleme des Vortags zusammengefasst, doch Sie erkennen nicht, was Priorität hat. Also gehen Sie alles der Reihe nach durch. Dann das nächste Problem: Eine entscheidende Kennzahl hat eine rote Farbe, und erfordert also eine sofortige Reaktion. Aber wer oder was ist dafür verantwortlich? Sie können nicht erkennen, wie sich der Status ergibt, welcher Bereich dafür verantwortlich ist, ob es ein Lieferantenproblem gibt oder ob etwas anderes schief läuft?

Was Sie jetzt brauchen, ist ein Teleskop so wie das von gestern, mit dem Sie das Problem näher untersuchen können. Mit dem Sie sehen, welche Daten das rote Signal hervorgerufen haben und mit dem Sie näher an die Problemquelle heranzoomen.
Mit einer solchen Lösung würden Sie jederzeit auf einen Blick erkennen, ob es ein Problem gibt. Sie sehen einen Lichtpunkt und wissen sofort, ob alles läuft oder nicht. Im Normalfall ist er grün und Sie können sich entspannt Ihrem Tagesgeschäft zuwenden. Wenn er rot ist, ist klar, dass Sie handeln müssen. Dazu zoomen Sie näher an das Problem heran und steigen tiefer in die Details ein. Sie erkennen die Fehlerursachen und gehen diesen weiter auf den Grund. Sie informieren die Verantwortlichen und haben die Gewissheit, dass das Problem schnell behoben wird.

Die Einführung von Industrie 4.0

Das Beispiel mit der Galaxis zeigt die Möglichkeit, ausgehend vom Gesamtsystem die untergeordneten Strukturen zu erkennen, aus denen sie sich zusammensetzt. Das Werkzeug ist im Falle der Galaxis das Teleskop. Im Fall von Fabriken sind es Softwareprogramme, die Auswertungen ermöglichen.

Anders als bei einer Galaxis gibt es in einer Fabrik jedoch ein übergeordnetes Ziel, nämlich Umsatz und Gewinn. Dieses Ziel macht messbar, wenn die Teile eines Unternehmens nicht harmonisch zusammen arbeiten, denn dann sind die finanziellen Ergebnisse nicht optimal.

Zugegeben, das ist nichts Neues. In einem Unternehmen ist immer etwas zu verbessern, und man hat immer zu wenige Informationen. Es gibt aber eine neue Entwicklung, die das Spiel tiefgreifend verändert, nämlich die Digitalisierung der produzierenden Unternehmen. Ein anderes Wort dafür ist Industrie 4.0. Das hat es in der Form nie zuvor gegeben.

Egal wie man dazu steht – man sollte sich keine Illusionen machen: Industrie 4.0 wird kommen. Auf die damit verbundenen Produktivitätsvorteile wird niemand verzichten, und wenn wir in Deutschland und in Europa es nicht machen, werden andere Regionen uns überholen.

Kurz zusammengefasst bedeutet Industrie 4.0 eine umfassende Digitalisierung, die zwei Arten der verstärkten Integration nach sich zieht. Zum einen werden alle Beteiligten an der Produktion einbezogen, und zwar nicht nur die in der eigentlichen Fabrik. Auch die Daten aus der gesamten Lieferkette bis hin zu denen aus dem Einsatz des Produkts beim Kunden gehören dazu. Es gibt sogar Überlegungen, das abschließende Recycling zu berücksichtigen. Zum anderen wird es innerhalb des Unternehmens eine durchgehende Zusammenarbeit der verschiedenen Steuerungsprogramme geben, was heute keineswegs selbstverständlich ist. Dies reicht von der untersten Ebene der Sensoren und Maschinen bis hin zu den Systemen zur Fertigungssteuerung (MES) und des allgemeinen Ressourcen-Managements (ERP).

Damit steigen die erzeugten Datenmengen exponentiell an. Umso wichtiger wird eine Auswertungssoftware, die speziell an die Bedingungen einer Produktion unter Industrie 4.0 angepasst ist.

Performance Center

03_StartDie wohl wichtigste Funktion des Unternehmers ist: das Ganze im Blick zu haben, und darauf zu achten, dass die Teile aufeinander abgestimmt sind. Das aber kann er aber nur, wenn er die geeigneten Werkzeuge hat.

In einer Fabrik, die nach den Prinzipien von Industrie 4.0 organisiert ist, bedeutet das, dass die Auswertungssoftware entsprechend ausgelegt sein muss. Vor allem muss sie die flexible Art der Produktion unterstützen und mit den hohen Mengen an Daten umgehen können, wozu oft spezielle Algorithmen genutzt werden. Dies ermöglicht eine Steuerung in Echtzeit und eine genaue Verfolgung aller Vorgänge in der Fertigung bis ins letzte Detail.

Eine solche Software – das Performance Center – ist genau auf diese Anforderungen ausgerichtet. Sie ist vor allem auf mobilen Geräten anwendbar, aber auch stationär über Desktop-Clients erreichbar. Die wichtigsten Module sind im Folgenden beschrieben.

 

 

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Dashboard

Das Dashboard ist die Schaltzentrale der Software. Die flexiblen Displays zeigen die wichtigsten KPIs für Ihre Business Unit. Zu den Display-Typen zählen: Kennzahl, Report, Chart und mehr.

Die entscheidende Kennzahl wird direkt auf dem Dashboard angezeigt. Um mehr Details zu sehen, wählt man die jeweilige Kennzahl aus oder tippt direkt auf einen Unterbereich. Auf diesem Weg steigt man tiefer in die Probleme ein und mach die verantwortlichen Bereiche ausfindig. Anschließend reagiert man direkt in der App, besorgt sich weitere Informationen und weist Tasks zu.

Drilldown

Mit dem Dashboard ist es möglich, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Per Drilldown steigt man dann weiter in die Details ein. Man erkennt, wie sich die KPIs zusammensetzen und welche Bereiche zum Gesamtwert beitragen. Zu jedem Display werden Tasks und Informationen aufgeschlüsselt. Der Mitarbeiter informiert sich und kann direkt handeln.

Mögliche Detailinformationen sind:

  • Datenreihen/Tabellen
  • Beschreibungen/Definitionen/Anleitungen
  • Deep Links zu anderen Apps und Websites
  • Bilder
  • PDFs

So kann man zum Beispiel direkt ableiten, wie sich die Kenngröße Nacharbeitsminuten/Einheit zusammensetzt und welcher Typ die Probleme verursacht. Deep Links erlauben es, spezifische Informationen in anderen Anwendungen oder Webseiten aufzurufen und z.B. Quelldaten in einer ERP-App zu untersuchen.

Tasks

03_Tasks_02Mit Tasks kann man ohne Umwege auf kritische Neuigkeiten reagieren. Die Kollegen erhalten die Tasks und können bei Bedarf über Kommentare oder über den Chat kommunizieren. Fälligkeit und Priorität werden in der Anwendung festgelegt. Durch den Status der Tasks verfolgt man den Fortschritt und behält den Überblick über alle offenen Punkte.

Push Notifications

Über wichtige Ereignisse informiert das Programm automatisch. Dadurch weiß man sofort Bescheid und kann direkt Maßnahmen ergreifen. Die Nachrichten erscheinen im Sperrbildschirm und bieten einen Vorschautext, womit erkennbar wird, wie dringend die Neuigkeit ist. Auf dem Home Screen wird außerdem durch ein rotes Zeichen signalisiert, wie viele neue Nachrichten vorhanden sind.

 
 
 
Activities und Chat

Mit dem Chat kommunizieren die Kollegen einfach und direkt miteinander. So komfortabel, wie man es von gängigen Apps aus dem privaten Bereich gewohnt ist. Dabei ist die Sicherheit, die die professionelle Welt fordert, gewährleistet.

Der Activity Stream zeigt nicht nur die neusten Nachrichten aus dem Chat, sondern auch alle anderen Neuigkeiten, wie z.B. Tasks, Kommentare und Push Notifications. Damit schafft man sich schnell einen Überblick und ist immer auf dem neusten Stand.

Action Sets

Mit den Action Sets definiert man Regeln und automatisiert die Prozesse. Das spart Zeit für unnötige Entscheidungen und man wird genau dann benachrichtigt, wenn es notwendig ist. Mit Templates aus dem Store ist es besonders leicht, ein Action Set zu erstellen. Es ist aber auch möglich, selbst einen individuellen Workflow zu definieren. Zur Auswahl stehen die KPIs des Performance Center sowie Werte, die über die Schnittstelle von ERP, CRM und anderen Systemen bereitgestellt werden. Man legt fest, welcher Trigger welche Aktion auslöst. Überschreitet z.B. ein Messwert eine Warngrenze, kann eine Nachricht verschickt werden oder direkt eine Aktion ausgelöst werden.

Weitere mögliche Module:
  • Anbindung von Maschinendaten über OPC UA
  • Maschine zu Mensch Kommunikation, Maschine zu Maschine Kommunikation
  • Verknüpfung mit SAP, Salesforce und mehr
  • Automatische intelligente Entscheidungen

Die App als Teleskop

Eine solche Software ist wie ein Teleskop: Es gibt einen zentralen Punkt, durch den man schaut und die relevanten Antworten auf seine Fragestellungen wie Lichtpunkte am Firmament sieht. Doch damit endet es nicht. Die Lichtpunkte setzen sich aus einer Galaxie von Datensätzen zusammen. Man muss aber nicht jeden einzelnen Punkt betrachten, weil alles passgenau für den Anwender verdichtet wird. Er selbst wählt den Detailgrad, der gerade für ihn interessant ist und der ihm die Antworten auf seine Fragestellungen liefert.

Damit hat man nicht nur weniger Stress, sondern wird kontinuierlich besser, und ist in der Lage, zielgerichtet den Wertschöpfungsprozess zu optimieren. Anstatt sich abends den Kopf über die KPIs zu zerbrechen, kann man sich in Ruhe den Sternen zuwenden.

 

Die Autoren, Moritz Biersack (Marketingleiter) und Dr. Ralf Wienken (technischer Redakteur) sind Mitarbeiter der X-info Wieland Sacher GmbH. Die Idee zu diesem Artikel kommt von Wieland Sacher.

Bildnachweis:
Crab Nebula: Wikipedia, Public Domain. Die anderen Bilder wurden von XINFO erstellt.