Selbst einfache Produkte werden heute oft mit Beteiligung Dutzender Firmen hergestellt, die in verschiedenen Teilen der Welt liegen. Man nennt das Globalisierung. Jeder hat dieses Wort schon einmal gehört. Egal ob man damit Ängste oder eine gute Gelegenheit zur Kostensenkung verbindet, eines kann man dem Thema nicht absprechen: es ist bedeutend. Es ist sogar so bedeutend, dass die Wirtschaft ganzer Länder davon abhängt, wie sie damit umgehen.

AngesichDIN-Logo_PublicDomain_01ts dieser Tatsache ist man überrascht, wenn man sieht, wie auch große Produktionsnetzwerke in vielen Fällen immer noch gesteuert werden. Es ist durchaus üblich, zum Datenaustausch Excel-Tabellen zu verwenden; wenn es schneller gehen soll, greift man gerne auch mal zum Telefon. Und das bei Fabriken, die teilweise auf verschiedenen Kontinenten liegen, und deren Fertigung eigentlich in Echtzeit koordiniert werden sollte.

Die Antwort auf solche Koordinationsprobleme ist die Standardisierung der Schnittstellen. Nur damit ist ein reibungsloser Datenaustausch gewährleistet. Und ein reibungsloser Datenaustausch ist die Grundvoraussetzung für die Einführung einer Produktionsweise nach den Prinzipien von Industrie 4.0, denn hier potenziert sich die Menge an Daten, die hin und her geschickt werden.

Ein Beispiel dafür ist der Austausch von Produktdaten. Dies wird nötig, wenn eine Firma Vorprodukte bei anderen Herstellern kauft, was oft der Fall ist. Vor allem die Daten, die für die Verfolgung eines Bauteils und für den Konstruktionsprozess gebraucht werden, sind wichtig. Mit ihnen kann das zugekaufte Teil in die betrieblichen IT-Systeme integriert werden.

Nun ist es aber oft so, dass die Produktkataloge zwar in elektronischer Form vorliegen, aber nicht standardisiert sind. Die Folge ist, dass viele der Daten manuell übernommen werden müssen. Das heißt: man gibt das Geld oft nicht nur für das Produkt aus, sondern man ist gezwungen, auch die eigentlich unnötigen Kosten für die Implementierung in die betrieblichen Systeme zu tragen. Ganz abgesehen davon, dass sich bei manueller Dateneingabe immer auch Fehler einschleichen.

Kein Wunder, dass das Thema Standardisierung von  Experten als entscheidend für den Erfolg der neuen Produktionsweise bezeichnet wird. Man kommt also nicht darum herum, sich darum zu kümmern, wenn man an Industrie 4.0 interessiert ist – und wer sollte das nicht sein, angesichts der Produktivitätssprünge, die damit erreichbar sind.

Kosten für klein- und mittelständische Betriebe

In den klein- und mittelständischen Betrieben gibt es unter den Bedingungen von Industrie 4.0 einen weiteren sehr wichtigen Aspekt, bei denen Standardisierung unerlässlich ist. Es sind die zu hohen Kosten der Einführung der neuen Produktionsweise.

Fabriken mit starkem Automatisierungsgrad, wie sie unter Industrie 4.0 gefordert sind, brauchen einen hohen Level an Inte­gra­tion. Wenn es hier keine Standardisierung gibt, lassen sich zwar durchaus Elemente der Smart Factory in einem Unternehmen einrichten. Dies ist aber nur bei großen Unternehmen möglich, die sich die heute noch immensen Kosten leisten können.

In der Automobilindustrie beispielsweise gibt es heute schon Linien, in denen flexible Produktionsmaschinen eingesetzt werden. Diese sind in der Lage, verschiedene Arbeitsschritte zu übernehmen, für die früher jeweils eine spezielle Maschine notwendig war. Dadurch können sie sich im Fehlerfall gegenseitig ersetzen, und so die Linie besser auslasten, oder sogar Stillstände verhindern. Der Nachteil ist, dass dies Einzellösungen sind, und entsprechend teuer.

ANSI_Logo_PublicDomain_01Diese Vorgehensweise ist für die klein- und mittelständischen Betriebe (KMU) deshalb nicht geeignet. Man kann sie aber nicht außen vor lassen, weil ein Großteil der Maschinenbauunternehmen in Deutschland dieser Gruppe angehört. Eine Einführung von Industrie 4.0, die sie nicht einbezieht, wäre deshalb nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, von der nur einige Großunternehmen profitieren.

Das heißt: Eine Standardisierung ist schon allein deswegen notwendig, um auch für die KMU eine durchgehende Digitalisierung möglich zu machen. Nur dadurch lassen sich die Kosten in annehmbare Dimensionen drücken.

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Bildnachweis (Titelbild)

Thomas Galvez, 2014, Flickr (CC BY 2.0)