Industrie 4.0Archiv

Dieser Artikel handelt von den Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die gesamte Gesellschaft. Er besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil, den Sie gerade lesen, beschäftigt sich damit, dass die Einführung einer neuen Art der Produktion immer auch eine Infrastruktur braucht, damit die Technik sich durchsetzen kann. Wenn  man also eine neue Technik beurteilen will, muss man auch außerhalb der Fabriken schauen, gerade wenn die Veränderungen als Revolution angekündigt werden. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns damit, ob Industrie 4.0 wirklich eine Revolution ist, oder ob sie doch eher einer Evolution gleicht.

Wenn wir bei XINFO mit Führungskräften aus den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) über Industrie 4.0 reden, werden wir immer mit den gleichen Themen konfrontiert: Das bringt noch nichts und es ist zu teuer. Deshalb haben wir diesen Blog-Beitrag geschrieben, in dem wir uns genau mit diesen Themen beschäftigen. Wir zeigen Ihnen, dass die neuen Konzepte heute schon nutzbar sind und dass sie sich lohnen – auch in kleineren Betrieben.

Die Anpassungen der Produktion in einer Smart Factory nach den Prinzipien von Industrie 4.0 bestehen darin, dass eine dezentrale Intelligenz sowie die Fähigkeit zur Selbststeuerung in die Fertigungsmaschinen eingebaut sind. Zudem sind die Maschinen miteinander vernetzt. Dadurch ergibt sich die hohe Flexibilität und die Fehlertoleranz des Fertigungsprozesses.

Automatisierung_Schichten_02Traditionelle Arten der Vernetzung  können diese Prinzipien aber nicht genügend unterstützen, weil sie zen­tra­lis­tisch organisiert sind. Egal welche Topologie gewählt wird – immer sind die Fertigungsmaschinen mit den Steuerungssystemen (SCADA, SPS) verbunden, diese mit dem Manufacturing Execution System (MES) und dieses wiederum mit dem Enterprise Ressource Management (ERP) System auf der obersten Ebene. Die Steuerbefehle kommen von oben; die Ergebnisse werden detailliert zurückgemeldet und an die richtige Ebene weiter gereicht.

Solche Systeme müssen sehr viele Daten verarbeiten und sich genau an die festgelegten Regeln halten. Damit sind sie zwar unverzichtbar, aber auch starr und wenig flexibel. Das heißt: sie sind den zentralen Prinzipien von Industrie 4.0 entgegengesetzt.

Deshalb ist es in Zukunft wahrscheinlich, dass zumindest auf der Produktionsebene nicht-zentralistische Topologien eingesetzt werden. Denn die Produktionssysteme (die CPPS) haben durch ihre eingebaute Intelligenz die Fähigkeit zur Selbststeuerung. Auf die damit verbundenen Vorteile und Möglichkeiten zur Kostensenkung wird niemand verzichten wollen, nur weil das alte Netzwerk in der Vergangenheit so gut funktioniert hat.

Hannover Messe Industrie 4.0
Wir haben uns auf der diesjährigen Hannover Messe, der größten Industriemesse der Welt, umgesehen und uns speziell zum Thema Industrie 4.0 informiert.
 
Alles redet von Industrie 4.0
Die Hannover Messe hat der „Digital Factory“ einen eigenen Themenschwerpunkt gewidmet. In eineinhalb Hallen wurden speziell Lösungen zu diesem Thema präsentiert. Aber auch in den anderen Messebereichen war Industrie 4.0 allgegenwärtig.
 
Zu den Firmen, die Neuerungen zur digitalen Fabrik zeigten, gehörten klassische Maschinenbauer, Technologieunternehmen, Software-Firmen und Spezialanbieter. Darunter so namhafte Unternehmen wie Siemens, Bosch, Microsoft, T-Systems oder Accenture.
 
Man erkennt, welche Relevanz das Thema Industrie 4.0 gewonnen hat und welche Chancen damit verknüpft werden: Produktivitätssteigerung, höhere Flexibilität, Individualisierung, und nicht zuletzt die Festigung der deutschen Industrie im globalen Wettstreit.
 

Jedem, der das Google Glass Projekt verfolgt hat, dürfte bekannt sein, das der Konzern das Explorer Programm aufgegeben hat, das heißt: die Datenbrille ist nicht mehr verfügbar für private Käufer. Google selbst gibt dafür durchaus plausible Begründungen, aber der tiefere Grund dürfte sein, dass es Schwierigkeiten gab, sie als cooles Lifestyle-Produkt zu vermarkten. Dazu war einerseits die Technik nicht perfekt genug, und andererseits gab es auch viel Kritik. Viele Menschen sagten zum Beispiel, sie fühlten sich gestört dadurch, dass die Brille alles aufzeichnet, was sie machen.

Google hat die Brille aber keineswegs komplett eingestellt, sondern einen Strategiewechsel vollzogen. Sie wollen das Produkt jetzt im Hinblick auf Anwendungen bei der Arbeit weiter entwickeln. Das macht auch Sinn, denn es ist eine Hardware für Augmented Reality Systeme, und diese können in bestimmten Bereichen der Arbeitswelt enorme Produktivitätsfortschritte erzielen. Sie haben überall dort Vorteile, wo es darauf ankommt, schnell aktuelle Informationen aufzunehmen und beide Hände frei zu haben.

Unser Redakteur Ralf Wienken hat einen Artikel zu „Künstlicher Intelligenz: Ein Mythos als Religion“ veröffentlicht.

Darin geht es darum, dass es seit Jahrhunderten eine große Angst gibt: Künstliche Intelligenz in Maschinen könnte Bewusstsein entwickeln und eines Tages aus rein rationalen Gründen keine Menschen mehr wollen – und dann unsere Zivilisation auslöschen. Davor aber müssen wir keine Angst haben. Maschinen werden in absehbarer Zeit keine menschlichen Eigenschaften entwickeln.

Sie finden den Artikel auf der t3n-Website: http://t3n.de/news/kuenstliche-intelligenz-mythos-591964/.

In industriellen Produktionsprozessen wird zunehmend eine vorausschauende Wartung angewendet. Das heißt, dass man eingreift, bevor ein Fehler sich überhaupt manifestiert. Dies ist möglich durch permanente Überwachung mit einer geeigneten Controlling-Software. Wenn dann bestimmte Datenmuster auftauchen, die auf ein baldiges Fehlerereignis hindeuten, wird eine Warnung ausgegeben. Dadurch ist eine Reaktion möglich, bevor Ausschuss produziert wird.

Unsere Anwendung iProzer liefert für verschiedene Nutzergruppen genau die Prozessdaten, die benötigt werden, um Prozesse zu optimieren und Entscheidungen zu verbessern.

Durch den modularen Aufbau kann iProzer an die verschiedensten Qualitäts-Kontrollprozesse angepasst werden. Anwendungsgebiete sind z.B. Qualitätschecks von Motoren, Zylinderköpfen und anderen Kernteilen der Automobilindustrie. 

Weitere Merkmale:

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Bei jeder Einführung von Großtechnik gibt es Fehlersituationen, die erst im Betrieb sichtbar werden. In solchen Situationen ist das betriebliche Planungssystem oft hilflos, und simples Sich Durchwurschteln hilft nur kurzfristig. Industrie 4.0 enthält Prinzipien, die dazu geeignet sind, mit solchen Fehlern umzugehen.

Auch wenn es keiner zugibt, ist der Einsatz von Großtechnik immer auch ein Experiment. Denn die Komplexität solcher Techniken ist so hoch, dass niemals alle möglichen Fehlerursachen vorhergesehen werden können. Damit wird die Gesellschaft zum Labor: Big Data, das Internet der Dinge oder auch große Automobilfabriken und Kraftwerke beispielweise werden eingeführt, ohne die Folgen komplett zu kennen. In dieser Situation wäre es denkbar, die Randbedingungen gleich so zu gestalten, dass die Erkenntnisse aus dem Experiment wissenschaftlichen Kriterien genügen und zur Verbesserung der Technik nutzbar werden.

Zu diesem Thema ist ein Artikel von uns auf netzwertig.com erschienen.

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